Highlights der russischen Sprache (II)

Умом Россию не понять,
Аршином общим не измерить:
У ней особенная стать –
В Россию можно только верить.
1866 год, Фёдор Тютчев

„Verstehen kann man Russland nicht, und auch nicht messen mit Verstand. Es hat sein eigenes Gesicht. Nur glauben kann man an das Land“, schrieb Fyodor Tyutchev im Jahr 1866.

Gute Worte, nicht wahr? Immer noch aktuell 🙂

Aber wir versuchen trotzdem, das Geheimnis der russischen Sprache ein bisschen zu lüften, und schauen uns noch mehr Paradoxa an 🙂

1. Wie kann es sein, dass eine Uhr gehen kann, wenn sie liegt, und stehen kann, wenn sie hängt?
(Часы идут/tickt, часы лежат, часы стоят, часы висят)

2. Einer schreibt „всё, что НИ делается – к лучшему“, und der Andere „всё, что НЕ делается – к лучшему“. Ehrlich gesagt, beide haben recht.
(Alles, was passiert, ist zum Guten. Alles, was nicht gemacht wird, ist zum Guten.)

3. Ihr kennt bestimmt die Wörter: человек – Mensch und люди – Leute? Aber wisst ihr, dass „бесчеловечно“ и „безлюдно“ weit und breit keine Synonyme sind?
(unmenschlich und menschenleer)

4. Der Satz „Я тебя никогда не забуду“ klingt sanft und liebevoll, aber der Satz „Я тебя запомню“ – ist schon irgendwie bedrohlich.
(Ich werde dich nie vergessen. Das wird ein Nachspiel geben.)

5. Noch eine knifflige Frage. Wann können im Russischen die Wörter „anständig – порядочный“ und „ehrlos – непорядочный‚“ gleichbedeutend sein?
(Wenn es um einen Mistkerl geht 😀)

6. Und zum Schluss lasst uns doch das Gehirn endgültig zum Qualmen zu bringen:
Der Ausdruck „да нет, наверное“, den die Russen täglich benutzen, enthält sowohl Bejahung als auch Verneinung und Ungewissheit, drückt aber dennoch eine ungewisse Verneinung mit einem Hinweis auf die Möglichkeit einer positiven Lösung aus.

Viel Spaß beim Russisch lernen!

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