tatiana
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Seine eigene

“Er liebt seine Frau”, sagst du auf Deutsch. Und ich frage: “Seine eigene? Oder eine Frau, die jemand anderem gehört?”

Um diese Verwirrung vermeiden, haben die Russen ein schönes Wort “свой” (eigene). Und dann wird es sofort klar, welche Frau der Kerl liebt: seine oder nicht 🙂

Он любит свою жену. (Braver Junge)

Он любит его жену. (Der Arme)

Und

Als Deutsche hast du das bestimmt in der Schule gelernt: zwischen die beiden letzten Elemente der Aufzählung unbedingt ein „und“ zu setzen. Auf Russisch ist es nur zur Hälfte richtig. Schau mal.

Сегодня в магазине я купила джинсы, блузку и жакет. (Heute habe ich im Laden eine Jeans, eine Bluse und eine Jacke gekauft.)

Ein “und” meldet dem Leser: Das ist alles. Mehr gibt es nicht. Mehr habe ich nicht gekauft.

Aber wenn du bei Aufzählungen nur Beispiele nennst und es gibt noch mehr, was du aufzählen kannst, dann lass “und” lieber und setze einfach ein Komma.

Я отлично провела день: ходила гулять, ела мороженое, написала новый пост в мой блог. (Ich hatte einen tollen Tag: bin spazieren gegangen, habe Eis gegessen, habe einen neuen Beitrag auf meinem Blog geschrieben.)

Za zdorowje!

За дружбу! За любовь! За наших детей! За наших родителей! За то, чтобы у нас все было, и ничего нам за это не было!

Die Russen mögen es anzustoßen. Das macht Spaß, das schafft eine gute Laune und festliche Atmosphäre. Das bring einfach die Leute, die am Tisch sitzen, zusammen. Außerdem ist das eine alte russische Tradition.

Sie stoßen an: Auf die Freundschaft! Auf die Liebe! Auf die Kinder! Auf die Eltern! Auf das, dass sie alles haben und nicht dafür bestraft werden! 🙂 Und selbstverständlich auf die Gesundheit!

Aber pass auf. Überall sagen die Russen “за” (sa) und nicht “на” (na), wie du es bereits von deinen Nachbarn den Polen kennst. Also, na zdrowie ist polnisch. Die Russen sagen: За здоровье! (Za zdorowje!)

Übrigens, na zdorowje bedeutet auf Russisch “bitte”, “bitte schön”, “gern geschehen” oder “keine Ursache”.

Ну что ж, я думаю, за это надо выпить! За русский язык! (Nun, ich denke, wir sollen dafür trinken! Auf die russische Sprache!)

Karl mag’s

Sie ist eine sehr engagierte Lehrerin die ihren Unterricht sehr gut gestaltet und sogar in nur eine Stunde einem viel beibringen kann. Sie ist sehr nett und verlässlich und sehr flexibel wenn es um Onlineunterrichtszeiten geht und schafft damit ein optimales Lernverhältnis.

Internationalismen

Haben Sie schon mal darüber nachgedacht, wie viele ähnliche Wörter es im Deutschen und Russischen eigentlich gibt? Sogenannte Internationalismen: kofe, telefon, smartfon, kino, wino, salat, konzert … Tausende! Es ist kaum zu glauben, aber wenn man etwas Grammatik beherrscht, kann man echt viel auf Russisch sagen und verstehen, ohne ein jegliches russisches Wort zu kennen. Hier ist ein kleines Gedicht, das nur aus bekannten Wörtern besteht. Na ja, das russische Alphabet sollte man schon kennen.

Sind alle Russen Alkoholiker? Trinken sie den ganzen Tag nur Wodka?

Laut der Weltgesundheitsorganisation haben die Deutschen zum Beispiel in den Jahren 2003–2005 durchschnittlich 0,8 Liter reinen Alkohol pro Person pro Jahr mehr getrunken als die Russen (Wikipedia). Im Jahr 2010 haben die Deutschen wieder 0,1 Liter mehr geschafft (Laut der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Wikipedia). Gerüchte über Wodka sind aber nicht grundlos. Die Russen trinken tatsächlich mehr hochprozentiges und die Deutschen bevorzugen Bier… Na ja, um Alkoholiker zu werden, gehen die Russen und die Deutschen unterschiedliche Wege.

Warum “Kofe” maskulin ist?

Das Wort “Kofe” (der Kaffee) hat auf Russisch eine Endung “e”, was typisch für Neutrum ist, obwohl das Wort “Kofe” als maskulin gilt. Warum?
Dieses Wort kam in die russische Sprache vor einigen hundert Jahren und hieß damals “kofij”. Dank der Endung “ij” war das Wort maskulin. Im Laufe der Zeit wurde es in “kofe” umgewandelt. Das Geschlecht blieb aber förmlich unverändert. In Cafés werden Sie aber immer wieder hören, dass jemand “tschernOE (Neutrum) kofe” bestellt anstatt “tschernIJ (Maskulin) kofe”. Da stellt man sich die philosophische Frage, wo hört eigentlich die ungenügende Bildung auf und tritt eine natürliche Sprachentwicklung ein?